Im letzten Beitrag dieser Beitragsreihe habe ich Ihnen erzählt, dass Pferde Herdentiere sind und wie ich dieses Verhalten für die Coachings nutze.  In diesem Beitrag geht es nun um den Fluchtinstinkt der Pferde.

Pferde sind Fluchttiere

Als Fluchttiere bringen Pferde die Eigenschaft mit sehr auf die Umwelt und das Außen zu achten. Denn Sie müssen in der Lage sein, Gefahr schnell zu erkennen, um rechtzeitig fliehen zu können. Dadurch reagieren Pferde auch auf kleinste Veränderungen.

Ist für Pferde etwas unbekannt oder können sie die Situation nicht einschätzen, fliehen sie zuerst. Erst, wenn die Pferde einschätzen können, dass keine Gefahr droht, werden sie neugierig und schauen sich das Unbekannte an.

Fluchtinstinkt

Ein gutes Beispiel hierfür sind knallige Jacken oder Decken, die wir Reiter auf die Bande (die Abgrenzung der Halle) legen. Das Pferd läuft 20 min immer wieder an der Bande vorbei. Legt ein Reiter dort auf einmal eine Jacke oder Decke darüber, kann es sein, dass das Pferd bei der nächsten Runde scheut. Denn das Pferd weiß ja nicht, dass es nur eine Jacke oder Decke ist. Für ihn ist es erst einmal Gefahr. Wenn dann aber nichts passiert und das Pferd merkt, dass es nicht zu fliehen braucht, geht es neugierig auf die Decke zu und schnuppert.

Übertragen wir dieses Wissen nun auf das Coaching.

Fluchtinstinkt im Pferdegestützten Coaching nutzen

Sie erhalten im geführten Coaching von mir die Aufgabe, auf das Pferd zuzugehen, sich bekannt zu machen und im Anschluss eine Aufgabe mit dem Pferd durchzuführen.

Fluchtinstinkt

Urheber des Bilds: Claudia Grajek

Nachdem ich Ihnen die Aufgabe gesagt habe, werden Sie in Ihrem natürlichen Verhalten auf das Pferd zugehen. Dann kommt es natürlich darauf an, wie sie auf das Pferd zugehen. Schleichen Sie sich von hinten an und springen dann auf das Pferd zu, wird es erschrecken und weglaufen. In diesem Moment schätzt das Pferd Sie als Feind ein. Dann dauert es natürlich wesentlich länger das Pferd von Ihrer friedvollen Absicht zu überzeugen, als wenn sie das Pferd von vornherein akzeptiert. Ähnlich ist es auch, wenn Sie in einer aggressiven Art und Weise an das Pferd herantreten oder zu hektisch sind. Das Pferd wird Mal Angst vor Ihnen haben und ausweichen.

Näheren Sie sich dem Pferd aber ruhig und bestimmt und sprechen Sie das Pferd vorher vielleicht sogar schon mal an oder strecken die Hand aus, wird das Pferd merken, dass es keine Angst zu haben braucht. Dann werden Sie vereinfacht gesagt in die Herde aufgenommen.

Wie das mit der Rangordnung und dem Herdenverhalten ist, können Sie noch einmal in dem letzten Beitrag „[Pferdegestütztes Coaching] Warum Pferde als Co-Trainer? Teil 1: Pferde sind Herdentiere“ nachlesen.

„Pferde nehmen kleinste Veränderungen wahr“

Der Fluchtinstinkt ist aber nicht nur beim Annähern an das Pferd entscheidend. Auch wenn Sie mit dem Pferd arbeiten, achtet das Pferd ganz genau auf Ihre nonverbale Kommunikation. Pferde nehmen Veränderungen Ihrer Atmung, Ihrer Muskelanspannung und Ihrer Gedanken war. In dem Moment, in dem Sie vielleicht Angst haben, unsicher sind, ungeduldig werden oder aggressiv, verändert sich unbewusst und ungewollt Ihre Körperspreche. Sie atmen vielleicht schneller und flacher, Ihre Schultern sind angespannt, Sie machen sich kleiner oder schauen zu Boden. All das sind Signale, die Ihnen selbst vielleicht gar nicht bewusst sind, dem Pferd aber sofort auffallen.

Je selbstsicherer, authentischer und klarer Sie selbst sind, je eher wird das Pferd Ihnen vertrauen, Ihnen folgen oder sogar die Führung abgeben.

Das ist aber auch nicht anders, als in Ihrem Büro. Nur gibt Ihnen in der Regel dort niemand direktes Feedback.

Ein Beispiel für Körpersprache im Büro

Wenn Sie morgens mit einem Lächeln das Büro betreten und dem Team einen wundervollen guten Morgen wüschen, haben Sie eine ganz andere Körpersprache, als wenn Sie mürrisch den Raum betreten, sich den Abend vorher vielleicht mit Ihrem Partner gestritten haben und eigentlich gar keine Lust auf den Arbeitstag haben.

Ihre Kollegen bekommen dies natürlich mit. Ein direktes Feedback werden Sie von den Kollegen jedoch nur indirekt bekommen. Das Pferd hingegen gibt Ihnen ein ehrliches, direktes und wertneutrales Feedback.

Nonverbale Kommunikation durch unbewusstes Verhalten

Das obere Beispiel ist jetzt natürlich ein Beispiel was sehr gut sichtbar und steuerbar ist. Es gibt aber auch Verhaltensweisen die uns gar nicht bewusst sind, auf die anderen Menschen aber dennoch wirken. Die Menschen in Ihrer Umgebung kennen Sie vielleicht nicht anders und wissen es irgendwann einzuschätzen. Doch wie viele Leute gibt es, die wir aufgrund ihres Verhaltens unterschätzen, ihnen Dinge nicht zutrauen oder Stärken einfach gar nicht wahrnehmen.

Aufgrund der starken Außenwahrnehmung durch den Fluchtinstinkt und der Empathiefähigkeit von Pferde, bekommen die Pferde diese Verhaltensweisen mit und geben Ihnen Feedback, in dem sie auf Ihr Verhalten reagieren.

So, nun wissen Sie auch, warum der Fluchtinstinkt der Pferde so wertvoll für unser Coaching ist.

Nächste Woche erzähle ich Ihnen dann warum wir Pferde nicht belügen können und was das mit dem Empathieverhalten zu tun hat.

Herzliche Grüße,

Ihre Claudia

P.S. Ab Juli starten meine regelmäßigen Coaching-Briefe. Schreiben Sie sich schon jetzt ein, um keinen Coaching-Brief mehr zu verpassen.

Inhalt des Coaching-Briefs: Nützliche Tipps und Wissenswertes zum Thema Karriere, Arbeitsalltag, Pferdegestütztes Coaching und Coaching. Außerdem enthält der Coaching Brief aktuelle Infos zu Grajek Coaching und Blogbeiträgen, Infos zu aktuellen Veranstaltungen, neuste Angebote und aktuelle Termine. Häufigkeit: maximal zwei Newsletter pro Monat.

 

 

 

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