In den ersten beiden Beiträgen habe ich Ihnen erzählt, warum das Herdenverhalten und der Fluchtinstinkt so wertvoll für Pferdegestütztes Coaching sind. Immer wieder habe ich dabei auch das Empathieverhalten angesprochen. Dieses werde ich heute aufgreifen und verraten, warum man Pferde nicht belügen kann.

Pferde haben die Fähigkeit Empathie zu verspüren. Das heißt, sie können nicht nur die räumlichen Bewegungen der Körpersprache wahrnehmen und „bewerten“, sondern auch unsere nonverbale Kommunikation auf den Ebenen der Atmung, der Herzfrquenz und der Blickrichtung wahrnehmen.

Wenn Sie sich mit dem Pferd bekannt machen, versuchen Sie wie auch das Pferd sich gegenseitig anzunähern. Dann kommt es auch vor, dass Sie und das Pferd bestimmte Verhaltensweisen des anderen unbewusst adaptieren und wechelseitig spiegeln. Dadurch bauen Sie eine Vertrauensbasis auf. Das Spiegeln des Verhaltens und der Aufbau der Vertrauensbasis ist auch als Rapport bekannt und wird über die Spiegelneuronen abgeglichen.

„Nonverbale Kommunikation ist der gegenseitige Abgleich von Beobachtungen und Erfahrungen der Verhaltensweisen.“

Gehen Sie auf ein Pferd zu, wird das Pferd Sie beoachten und anhand seiner Wahrnehmungen einschätzen, ob es Ihnen vertrauen kann oder nicht. Auch wir Menschen versuchen durch unsere Erfahrungen und Beoachtungen das Pferd einzuschätzen. Dadurch spiegelt das Pferd nicht nur Ihr Verhalten auf ihn, sondern Sie reagieren auch indirekt auf das Pferd. Schaut ein Pferd zum Beispiel interessiert, brummelt es vielleicht sogar und kommt neugierig auf Sie zugelaufen, werden Sie wohl anders auf das Pferd reagieren, als wenn das Pferd die Ohren anlegt und sich mit dem Hinterteil zu Ihnen dreht oder wegläuft. Das Verhalten des Pferdes ist in dem Moment zwar eine Reaktion auf Ihr Verhalten, kann sich aber noch verstärken, weil Sie ja wiederum auf das Pferd reagieren. Wenn das Pferd positiv auf Sie reagiert, reagieren Sie darauf vielleicht mit Freude oder mit einem Glücksgefühl, was das Pferd wiederum spiegelt. Wenn das Pferd hingegen wegläuft, weil Sie vielleicht ängstlich in die Bahn gehen, werden Sie als erstes bestimmt nicht durch ein Glücksgefühl reagieren, sondern eher noch unsicherer werden usw..  Diese Muster gilt es während der Arbeit mit dem Pferd zu durchbrechen, um gestärkt aus einer Situation hervorzugehen.Pferde - Spiegel der Seele

Mit Hilfe des Empathieverhaltens können Sie also üben alte Muster zu durchberechen und sich neue Muster anzueigenen. Denn es wird in Ihrem beruflichen Alltag sicherlich auch Situationen geben, in denen sie zum Beispiel unsicher sind, wo Sie aber nicht unsicher sein wollen. Durch die Erfahrungen im Pferdegestützten Coaching können Sie nun die Unsicherheit ablegen und die Aufgabe selbstsicherer erledigen.

„Die Spiegelneuronen erlauben das Spüren von Empathie“

Im Prinzip geht es bei der nonverbalen Kommunikation und dem Empfingen von Empathie über die Spiegelneuronen um einen gegenseitigen Ableich der Verhaltensweisen, bei dem sich das Pferd unterbewusst Ihre Empfindungen wahrnimmt und dann spiegelt. Dieser Abgleich geschieht immer wieder. Deshalb kann es auch sein, dass sich das Verhalten des Pferdes während der Übung ändert und anpasst. Dadurch haben Sie natürlich auch die Möglichkeit Ihr Verhalten anzupassen und erhalten eine neue Chance. Dazu aber in einem späteren Zeitpunkt mehr.

Die Antwort auf die Frage wieso man Pferde nicht belügen kann ist also, dass Pferde in der Lage sind über Ihre Spiegelneuronen unsere Empfindungen wahrzunehmen und Empathie zu empfinden. Sie können bildlich gesprochen hinter unsere Mauern schauen und uns die Maske vom Gesicht nehmen.

Wir Menschen lassen uns oft von dem gesprochenen Wort beeinflussen. Oft ist die Absicht hiner dem gesprochenen Wort jedoch eine ganz andere. Würden wir Menschen ausschließlich nonverbal Kommunizieren, würde uns dies auch wieder leichter fallen, „Lügen“ zu entlarfen.  Nur haben wir Menschen gelernt, wie wir argumentieren und überzeugen können, auch wenn eigentlich eine ganz andere Meinung oder Haltung dahintersteht. Dies tuen wir zum Beispiel um uns zu schützen, uns zugehörig zu fühlen, andere zu schützen oder weil wir keinen Ärger wollen. Das ist der Zustand, wenn wir das Gefühl haben „ein Mensch ist falsch“, „er ist nicht ehrlich zu mir“ oder „lästert hinter dem Rücken“.

Mit den Pferden haben wir aber eben genau diese Feedback-Geber. Pferde als Feedback Geber wird auch das Thema des nächsten Beitrags dieser Themenreihe sein.

Herzliche Grüße

Claudia

 

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