Bevor ich mit Ihnen tiefer in die Themen der Teamentwicklung eintauche, möchte ich Ihnen zuerst die Frage beantworten, was ein Team auszeichnet und worin der Unterschied zwischen einem Team und einer Gruppe besteht.

 

Was ist ein Team?

Laut Thompson (2004) ist ein Team eine Gruppe von Individuen, die wechselseitig voneinander abhängig und gemeinverantwortlich sind für das Erreichen spezifischer Ziele für ihre Organisation.

Doch was bedeutet dies und worin besteht der Unterschied zu einer Gruppe?

 

Team vs. Gruppe

Team

Ein Team setzt sich aus einzelnen, unabhängigen Personen zusammen, die mit dem Zusammenschluss zu einem Team ein gemeinsames Ziel verfolgen und somit eine gemeinsame Verantwortung tragen.

 

„Alle Leistungen haben Auswirkungen auf das Teamergebnis“

 

Das heißt, alle Leistungen, die von einem einzelnen Mitglied in das Team einfließen, haben Auswirkungen auf das Ergebnis des gesamten Teams.  Damit steigt auch die Priorität für die Kompetenz der Selbstverantwortung. Soziales Faulenzen oder schlechte Arbeit werden direkt sichtbar, weil die anderen Mitglieder des Teams die Auswirkungen direkt spüren. Denn im Gegensatz zu Gruppen, trägt das ganze Team die Verantwortung für das Ergebnis. Somit fallen Fehler und Kritik auf das gesamte Team zurück und nicht auf den einzelnen Mitarbeiter. Das birgt zwar die Gefahr von Konflikten, stellt aber auch eine Chance gegenseitiger Unterstützung und Motivation dar.

 

Die Rollen im Team sind bewusst gewählt und strategisch zusammengesetzt

 

Eine weitere Eigenschaft von Teams ist eine klare Rollenverteilung mit einer möglichst bewussten Zusammensetzung der Teamrollen, die jedes Mitglied im Team kennt. Ein Team sollte möglichst heterogen zusammengesetzt werden, sodass die Teammitglieder verschiedene Stärken und Kenntnisse haben und ein möglichst großes Spektrum des notwenigen Know-hows abdecken. Das führt anfangs zwar zu Konflikten, doch wenn die Rollen klar sind und sich die einzelnen Mitglieder kennengelernt haben, sind heterogene Teams unglaublich leistungsstark.

 

Ein transparenter und vollständiger Kommunikationsfluss ermöglicht ein gemeinsames Arbeiten

 

Auch die Art des Kommunikationsflusses ist ein Merkmal der Teamdefinition. In Teams, in denen jeder die Verantwortung mit übernimmt, ist eine transparente Kommunikation und ein vollständiger Informationsfluss Voraussetzung für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und einen reibungslosen Ablauf. Denn jeder muss wissen, mit welchen Thema sich die einzelnen Teammitglieder befassen, wo es Herausforderungen gibt oder wo Unterstützung eines anderen Teammitglieds benötigt wird.
Durch die gemeinschaftliche Verantwortung sind aber auch die Entscheidungen gemeinsam zu tragen, weshalb es an diesem Punkt auch mal zu Meinungsverschiedenheiten und längeren Entscheidungsprozessen kommen kann.

Das gemeinsame Ziel und die gegenseitige Unterstützung, aber auch das Durchleben von Herausforderungen fordert eine Verbindlichkeit, schweißt das Team zusammen und erzeugt ein Wir-Gefühl.

 

Gruppe

Im Gegensatz zu Teams sind Gruppen, oder auch Arbeitsgruppen, ein loser Zusammenschluss von Personen in einer organisatorischen Einheit ohne ein gemeinsames Ziel.  Jedes Mitglied der Gruppe verfolgt sein eigenes Ziel und trägt dadurch die alleinige Verantwortung für sein Ergebnis und sein Handeln. Der Zusammenschluss selbst findet eher willkürlich statt. Das heißt, die Gruppe wird nicht systematisch nach Rollen zusammengesetzt, sondern es entsteht ein eher zufälliges Zusammenwirken der Gruppenmitglieder. Dadurch hat eine Gruppe einen unverbindlichen Charakter. Das fehlende „an einem Strang ziehen“ hat zur Folge, dass sich eine Gruppe zwar gemeinsam aufhält und gemeinsam arbeitet, aber kein Wir-Gefühl entsteht.

 

Überblick Team vs. Gruppe

Gruppe Team
Ohne gemeinsames Ziel – eigene Ziele Gemeinsames Ziel
Keine Rollendifferenzierung Klare Rollenverteilung, die den Teammitgliedern bekannt ist
Zufälliges Zusammenwirken, unverbindlich Gegenseitige Abhängigkeiten der Zielerreichung, Verbindlichkeit
Beitragen zum eigenen Ziel – Aktives Beitragen zu Lösung zum Gruppenziel
Einzelne Verantwortung Gemeinsame Verantwortung
Auswirkung auf das eigene Ergebnis/Ziel Auswirkung auf das Teamergebnis/Teamziel
Ich-Gefühl, Wir-Gefühl Wir-Gefühl

 

Mischformen

In Unternehmen sind häufig Mischformen vorzufinden. Denn einige Aufgaben, gerade im administrativen Bereich, eigenen sich nicht zu der Arbeit in Teams oder die Organisation ist nicht entsprechend einer Teamarbeit aufgestellt. Dennoch gibt es ein gemeinsames Ziel des Unternehmens und eine klare Rollenverteilung. Auch die Auswirkungen des Handels einzelner Mitglieder hat Folgen für die ganze Gruppe oder das ganze Team.

Ein Beispiel.

In einem Unternehmen gibt es verschiedene Rollen, die zwar nach den notwendigen Anforderungen besetzt sind, doch das Unternehmensziel ist nicht in den Köpfen der Mitarbeiter präsent. In den Geschäftsberichten und Leitbildern kann zwar jeder das Unternehmensziel einsehen, doch wenn Sie ehrlich sind, tut das kaum einer. So arbeiten die einzelnen Mitarbeiter für ihr eigenes Ziel. Herr Meyer strebt vielleicht für Führungsposition in einer anderen Abteilung an, Frau Sandmann möchte ihre Zielvereinbarung übertreffen, Frau Müller einen bestimmten Kunden gewinnen und Herr Otto sein Hobby finanzieren, während Frau Reichert den Fokus auf Qualität und Genauigkeit legt. Bei allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen hat das Handeln Auswirkungen auf den Unternehmenserfolg, doch die Mitarbeiter tragen die Verantwortung für ihr Handeln allein. Sie können gegenseitig die Einstellung haben: „Ist mir doch egal, was X oder Y macht. Hauptsache ich erreiche mein Ziel.“

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Bild von canva.com

Im Prinzip sind sie also kein richtiges Team, sondern eher eine systematisch zusammengestellte Gruppe. Das Unternehmen als Organisation verfolgt jedoch ein Ziel und trägt auch die Verantwortung für alle.

 

Zusammenfassung

Ein Team unterscheidet sich vor allem aufgrund des gemeinsamen Ziels und der daraus folgenden Verantwortung von einer Gruppe und von der Art der Zusammenstellung. Doch gibt es gerade in Unternehmen Mischformen.

Die Frage, die am Ende bliebt ist: welche Form ist für Ihren Zweck geeignet und wie schaffen Sie es, dass alle Mitarbeiter bzw. Mitglieder eine Selbstverantwortung für ihre Arbeit entwickeln.

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